Die Fallentypen



Grundsätzlich können unter den Karnivoren zwei Fallentypen unterschieden werden.

Zum Einen die passiven Fallen, welche aufgrund oft raffinierter Anlockmethoden ohne jede Bewegungsapparatur auskommen.

Zum Anderen die aktiven Fallen, welche mit Hilfe mobiler Fangmechanismen ihre Beute machen.


Die Grubenfalle

Die Fallgrube ist wohl das einfachste Modell der Fallenform. 

 

Mit den unwiderstehliche Duft nach Nektar locken die Grubenfallen ihre Beute an. 

 

Während sie naschend hin- und herwandern geraden die Insekten auf eine spiegelglatte Fläche, die sogenannte Gleitzone, verlieren den Halt und stürzen in die Tiefe der Grube. Hier ist kein entkommen mehr möglich.

 

Vertreter: Bromelie, Zwergkrug, Kobralilie, Sumpfkrug, Kannenpflanze, Schlauchpflanze


Die Reusenfalle

Die Reusenfalle benutzt eine Einrichtung durch die das Opfer zwar einen Weg hinein, aber nicht mehr hinaus findet. 

 

Die Fallen sind ein Einweg-System.

 

Vertreter: Reusenfalle, Sonderfall Schlauchpflanze (S. Psittacina)


Die passive Klebefalle

Dieser Fallentyp fängt seine meist geflügelten Opfer mit einer klebrigen Flüssigkeit. 

 

Einmal gefangen ist ein Entkommen nur durch einen enormen Kraftaufwand und viel Glück möglich.

 

Doch meist führen die Befreiungsversuche des Insektes nur dazu, dass die Haftung an den umliegenden Tentakeln nur noch verstärkt wird. 

 

Ferner sorgen die zappelnden Bewegungen des festklebenden Insekts ebenso zur Auslösung des Verdauungsvorganges.

 

Vertreter: Regenbogenpflanze, Taublatt, Wanzenpflanze, Hakenblatt

Die Klappfalle

Sie gehört wohl zu den interessantesten Beobachtungsobjekten.

 

An der Innenseite der Fangblätter befinden sich kleine Haare, welche auf min. zwei Bewegungsreize  innerhalb weniger Sekunden der mutmaßlichen Opfer reagiert. So ist ein versehentliches Zuklappen ausgeschlossen.

 

Nach dem zuklappen ist das Insekt zwar gefangen, jedoch noch nicht tot. Die weiteren Bewegungen des Insektes lösen nun den Verdauungsprozess aus.

 

Eine Fütterung mit toten Insekten ist daher sinnlos.

 

Vertreter: Wasserfalle, Venusfliegenfalle


Die Saugfalle

Der Wasserschlauch ist die einzigste Art der Kanivoren, die diese Fallenart vertritt.

 

Hier gibt es sowohl aquatische als auch terrestrische Vertreter.

 

Die blasenähnlich gebaute Falle besitzt ein Falltor mit einem Auslösemechanismus.  Wenn ein kleines Wassertier die Mechanik durch seine Bewegungen auslöst fliegt das Tor auf. Für einen kurzen Moment entsteht ein Vakuum und das Opfer wird nach innen geschleust.

 

Hinter der Beute schliesst sich das Tor wieder und die Saugfalle ist wieder bereit.

 

Vertreter: Wasserschlauch


Die aktive Klebefalle

Die aktive Klebefalle fängt ihre Opfer analog der passiven Form.

 

Sobald ein Tierchen auf diese Weise festgehalten ist, rollt sich das Blatt vom Rand her über das Opfer zusammen.

 

Diese Bewegung geht so langsam voran, dass sie für das Fangen der Beute eher nicht nützlich ist. Das Verhindern von wegfließen der auf den Fang hin produzierten Verdauungsflüssigkeit ist wohl wahrscheinlicher. 

 

So kann die Zersetzung der Beute schneller von statten gehen.

 

Vertreter: Sonnentau, Fettkraut